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Riedel Lifestyle
in Tirol

Editorial  

Weingläser und Dekanter der Marke Riedel sind der Inbegriff für die hohe Kunst der Glasmacherei.
Nicht nur in der Spitzengastronomie, auch in gehobenen Privathaushalten gehören Riedel-Gläser
zur stilvollen Tischkultur und stehen für Weingenuss der besonderen Art.
Seit Generationen schmücken diese Kunstwerke aus Glas unsere Tische und
erfreuen immer wieder aufs Neue mit frischen, saisonalen Designs.
Riedel Gläser und Dekanter sind geschaffen für die höchste Form des Genusses edler Jahrgangsweine.

Seit nunmehr 265 Jahren widmet sich die Familie Riedel der Herstellung hochwertiger und vor allem funktionaler Weingläser. Gegründet wurde das Unternehmen im Jahre 1756 von Johan Leopold Riedel in Böhmen zur Zeit der Habsburgermonarchie. Damit war der Grundstein für die erfolgreiche Familiendynastie gelegt. Im Verlauf von 11 Generationen und einer imposanten Geschichte mit Erfolgen, Wirtschaftskrisen und Rückschlägen konnte die Familie die wirtschaftliche Eigenständigkeit ihres Unternehmens bis heute bewahren. Die Entstehung der Tschechoslowakei als eine Folge des Endes der Österreich-Ungarischen Monarchie 1918 und die damit verbundenen sozialen Umwälzungen sowie die Auswirkungen der Wirtschaftskrise stellten das Familienunternehmen vor grosse Herausforderungen. Nach Ende des Zweiten Weltkrieges verlor die Familie durch Enteignung ihren gesamten Besitz in Böhmen, einschliesslich aller Fabriken und des Privatvermögens. Walter Riedel (8. Generation) geriet nach Kriegsende in russische Gefangenschaft, aus welcher er erst 10 Jahre später entlassen werden sollte.

Alle Zukunftshoffnungen schienen dahin. Doch durch den enormen Mut und den Einsatz von Walter Riedel nahm die Geschichte einen ganz anderen Verlauf. Es ist sein Vermächtnis, dass die böhmische Riedel-Tradition in Österreich neu begann – in Kufstein, Tirol.

MAXIMILIAN RIEDEL VERBINDET TRADITION MIT INNOVATION
Auch den Bereich Kommunikation beherrscht Maximilian Riedel. Auf Instagram (maxiriedel) postet er fast täglich unterhaltsame Beiträge, mit denen er mehr als 135’000 Follower erreicht.

Wir treffen den 43-Jährigen Ende Juni am Stammsitz des Familienunternehmens zu einer Führung durch die von seinem Grossvater erworbene Tiroler Glashütte, die sich bis heute an ihrem ursprünglichen Standort befindet. Eindrucksvoll ist die zum 265. Firmenjubiläum neugestaltete Glaspyramide mit der darin zentriert angeordneten und aus unzähligen Weingläsern gebildeten Weltkugel. 175 hochqualifizierte Mitarbeiter fertigen jährlich in aufwendiger Handarbeit 200’000 Gläser und Dekanter erstklassiger Qualität an. Zu den Kunden zählen sowohl Endverbraucher als auch Unternehmen der Luxuswarenbranche wie LVHM, Krug, Dom Perignon, für die auch exklusive Glasserien gefertigt werden.

Maximilian Riedel erklärt, dass die Abkömmlinge der Familiendynastie ihre individuellen Fähigkeiten und Ideen einbringen und so zur erfolgreichen Entwicklung des Unternehmens beitragen. Heute beliefert die Tiroler Glashütte GmbH der Familie Riedel Kunden in aller Welt und exportiert in mehr als 100 Länder. Zu den wichtigsten Exportmärkten gehören Nordamerika, Europa und Japan. 2020 lag der Umsatz des Familienunternehmens bei 260 Mio. Euro; die Investments beliefen sich in den vergangenen fünf Jahren (2015-2020) auf 65 Mio. Euro.

Ursprüngliche Werkzeuge aus der Glas-Manufaktur

GLOBALER NETZWERKER, DER DAS UNTERNEHMEN INS 21. JAHRHUNDERT FÜHRT
Maximilian Riedel erlernte bereits mit 12 Jahren von seinem Vater Georg J. Riedel das Familienhandwerk und wurde ganz im Sinne der Familiendynastie für die Leitung eines internationalen Unternehmens ausgebildet und darauf vorbereitet. Besonders die enge Verbundenheit der Riedel-Generationen, ihr intensiver Austausch untereinander und ihre Leidenschaft für das Produkt kommt bei jeder Glasserie zum Ausdruck. In sogenannten «Sensorik Workshops» entstehen die Gläser im Rahmen der Verkostungen. Formen werden getestet, verändert und angepasst, bis die Funktion des Glases perfekt ist.

Mit 18 Jahren entschied sich Maximilian – ebenso wie einst sein Vater – für eine Karriere im Unternehmen und gegen ein traditionelles Studium. Die erste Station seiner Karriere innerhalb des Familienunternehmens führte ihn nach Paris, um sich weiterzubilden. Mit 23 Jahren ging er in die USA, wo er nach nur zwei Jahren zum Geschäftsführer von Riedel Crystal of America bestellt wurde. Nicht ohne Stolz erzählt uns Maximilian Riedel über diese Zeit voller Tatendrang und unternehmerischer Expansion zur Eroberung des amerikanischen Marktes. Mit einem neuen Markenauftritt und Vertriebskonzept gelang es ihm, den Umsatz zu vervierfachen und Nordamerika zum grössten Exportmarkt für Riedel Glas auszubauen. In dieser Zeit kultivierte er auch eine weitere Leidenschaft der Familie – die Passion für aussergewöhnliche und schnelle Fahrzeuge.

GENERATIONSWECHSEL IM UNTERNEHMEN
Im Jahr 2013 kehrt Maximilian Riedel wieder an seinen Ursprung nach Kufstein zurück, wo eine neue Herausforderung auf ihn wartet. Sein Vater bietet ihm an, die Leitung der Tiroler Glashütte mit deren internationalen Tochtergesellschaften zu übernehmen. Maximilian nimmt die Herausforderung an und prägt – wie auch schon seine Vorfahren – das Unternehmen mit seinem persönlichen Stil. So treibt er beispielsweise die Digitalisierung des Unternehmens massgeblich voran. Er modernisiert den Onlinemarkenauftritt und führt den ersten Onlineshop ein, einer der wichtigsten Absatzkanäle in den Endverbrauchermärkten. Zudem ist er regelmässig in den digitalen Medien präsent. In seinen zahlreichen Beiträgen in verschiedenen Formaten, darunter auch Videos, vermittelt er seinem Publikum auf sympathische Art und Weise, wo-rauf es bei der Auswahl eines Weinglases ankommt und wie Form und Beschaffenheit des Glases die Empfindung von Geschmack und Aroma des Weines beeinflussen. Auch das richtige Dekantieren spielt beim Weingenuss eine Rolle, wofür eine Vielzahl unterschiedlicher Dekanter entwickelt und ins Sortiment aufgenommen wurden.

Die Glaskugel anlässlich der 57 Jahre Standort Kufstein

MAXIMILIAN RIEDEL PRIVAT
Maximilian Riedel lebt seine Leidenschaft für Performance und Stil. Das zeigt sich auch in seinem neuen Domizil in Tirol, das wir im Rahmen einer Einladung zu einem Aperitif kennenlernen durften. Sowohl die Architektur des Gebäudes als auch die Inneneinrichtung widerspiegeln Maximilian Riedels Vorstellungen von Stil und Geschmack eindrucksvoll. Für die Einrichtung wurden nur ausgesuchte Materialien verwendet, alle individuell in Szene gesetzt. Böden aus dem Holz einer alten Weinpresse, Wandverkleidungen aus Hirsch- und Rehleder, Wandpaneele mit Swarovski-Kristallen sowie ausgefallene -Böhmische Glasleuchten verleihen dem Haus ein aussergewöhliches Flair. Gekrönt wird dies mit einem atemberaubenden Ausblick auf den Wilden Kaiser und den Hahnenkamm.

Der Hausherr gewährt uns auch einen Blick in seinen Weinkeller, in dem erlesene Weine aus der ganzen Welt perfekt temperiert und sortiert gelagert sind. Gerne lädt er Freunde zu sich nach Hause ein, um mit ihnen beim Essen die von ihm ausgewählten Weine zu geniessen. Als Zeichen seiner Gastfreundschaft sind wir an diesem Abend noch in den besonderen Genuss eines Château Lynch-Bages Paulliac 1975 und eines Château Nénin Pomerol 1989 gekommen. Vom Weinkeller gewährt ein Fenster den direkten Blick in die angrenzende Garage, direkt auf das Line-up seiner Ferrari-Modelle vom Speciale aperta, Speciale, SF90 Stradale bis zum Pista, alle im selben Grünton «Verde British Racing 611».

Die Leidenschaft Maximilian Riedels für das Sammeln ausgefallener und schneller Autos geht einerseits auf seinen Vater sowie andererseits auf seinen Onkel und Mentor zurück. Maximilian fand Gefallen an den schnellen Fahrzeugen, um so mehr als sein Onkel ihn bei Ausfahrten auch selbst ans Steuer liess. Sein erster Ferrari war ein F40, ganz in Erinnerung an seinen Onkel, der ebenfalls dieses Modell fuhr. Der F40 ist eine Ikone und steht für Geschwindigkeit und Leistung. «Kein anderes Auto ist so laut, gemein, herausfordernd zu fahren und gefährlich. Kein anderes Auto ist so schön und einfach», sagt Riedel.

Maximilian Riedel mag hohe Geschwindigkeiten und geht dabei gerne ans Limit. Als ambitionierter Fahrer will er seine modernen Hochleistungssportwagen ausfahren und dabei auch seine eigenen Grenzen ausloten. Und natürlich ist da noch seine Liebe zu Motorrädern. Aus den USA hat er eine Harley Davidson mitgebracht. Ein ganz besonderes Funkeln in seinen Augen stellt sich ein, wenn er vor seinen beiden Ducati Motorrädern steht.

Bei all seiner Liebe zu Performance, Tradition und Stil spricht er immer wieder über Veränderungen, die kommen werden. «Früher konntest du in fünf Stunden nach Monte Carlo fahren. Das geht heute einfach nicht mehr», sagt er. Auch in seinem Unternehmen könnte es Veränderungen geben. Der Mangel an Glasbläsern in Kufstein bereitet ihm grosse Sorgen. Er lässt aber durchblicken, dass er keine Anpassungen scheuen wird, ebenso wie seine Vorfahren in den zurückliegenden 265 Jahren keine Herausforderungen gescheut haben.